Dienstag, 7. August 2012


Abschied


Mein Kind,
es ist nun an der Zeit,
endgültig den eigenen
Weg zu gehen.
Du wirst nicht
wirklich wissen,
wohin er führt
und er wird nicht
gerade sein.
Geh ihn dennoch
aufrecht und schau
nicht nur geradeaus.
Sieh auch die, denen
du begegnest,
bedenke,
dass du nur bekommst,
was du auch zu geben
bereit bist.
Verlier nicht deine Träume –
sieh, wie sie erfüllbar sind.
verlier nicht das Kind in dir –
es erhält dir die Freude
am Leben.
Behalte das Wesentliche
im Blick und sei
zumindest ehrlich
zu dir selbst.
Es ist wichtiger,
was du denkst und fühlst,
als der Tand, den du besitzt.


Ihn kannst du leicht verlieren,
doch die Liebe der Menschen bleibt.
Es wird Höhen geben
und Tiefen.
Bleib mutig.
Du kannst immer
etwas Positives gewinnen.
Wenn du einen Regenbogen siehst,
denk an Hoffnung.
Er besteht aus den
Tränen des Himmels und
Dem Lächeln der Sonne.
Er sagt dir, dass du
ohne die Tiefen des Lebens
die Höhen nicht ermessen kannst.
Lass dich von Wind und Wasser lehren,
dass man mit
Geduld und Sanftheit
Schöneres schafft
als mit Gewalt.
Denk an meine Worte
und vergiss nicht,
dass dir meine Tür
immer offen stehen wird.

Mein Kind
Es ist nun an der Zeit.


Eine kleine Spinne

Von zuviel vergorenem Nektar benebelt,
wob ein Netz.
Es war viel zu groß
Und das Muster war falsch.
Doch die kleine Spinne
Macht weiter,
obwohl sie sich
immer wieder verfängt.
Sie webt die Fäden
Sinnlos um sich herum,
dichter und dichter.
Und tief im Innersten weiß sie,
es wird ihr Grab.


Ein kleiner Schmetterling,
mit der liebenswerten Spinne
befreundet,
sah traurig das seltsame Gebilde,
welches diese nicht mehr verließ.
Mit schweren Flügeln
Kehrt er auf seine Wiese zurück
Und hinterließ der kleinen Spinne
Noch eine Nachricht:
Ihr könne nur noch
Die große Blattschneideameise helfen,
das Wirrgespinnst
auseinander zu nehmen.
Erst wenn die Spinne
Ein kleines Netz
mit ihrem eigenen Muster spinnt,
kann er wieder zu ihr,
ohne sich die Flügel
zu zerreißen.

Dunkelheit

Es ist Nacht und sie ist müde,
doch sie weiß,
dass sie der Schlaf nicht erlösen wird.
Sie sitzt im Dunkel
Und stellt sich vor,
wie das Blut hervorquillt
und den Schmerz
ihrer Seele mitnimmt,
wie sich die Fessel von ihrem Herzen löst,
wie die Tränen aus ihrer Kehle verschwinden
und wie der Drang zu schreien,
nachlässt.
Sie sehnt sich nach der Schwerelosigkeit,
die ihre Seele
irgendwann, vor Jahren,
gekannt hat.
Doch sie erinnert sich nur
An Verzweiflung,
an Tränen,
die sie vergossen hat
und die irgendwann versiegten.
Und wie Sterne
Die zwischen den Wolken blitzen,
tauchen für Momente
kleine Erinnerungen
an Glück auf.
Sie weiß, dass sie es nicht tun wird.
Noch nicht
Nicht, solang sie sich
Über das Gefühl
Der Einsamkeit
Hinwegtäuschen kann.

Montag, 6. August 2012


Hoffnungen

ich hungere nach leben, nach liebe.
doch prägt auch angst mein leben.
lange zeit lebte ich dadurch begrenzt.
ich bin freier geworden,
aber die angst ist noch da.
jede verletzung meiner seele
ruft sie
und nicht immer kann ich sie vertreiben.
noch immer lebe ich zu sehr
von hoffnungen, von träumen.
noch immer sind da viele fragen
deren antwort ich ersehne
und gleichzeitig fürchte.
ich bin gefangen in mir selbst
und hoffe.
hoffe, dass mir mein leben
einen weg aus dem käfig zeigt.
hoffe, dass ich nicht verliere.
hoffe, das mein hunger gestillt wird.
Ich möchte mein leben hinausschreien.
doch ich weiß
ich bekomme dafür eher häme
oder mitleid.
beides brauch ich nicht.
ich weiß
ich bin nicht allein.
es sind freunde in meiner nähe.
sie reichen mir die hand
wenn ich sie darum bitte.
sie richten mich auf
wenn sie sehen
dass ich nicht mehr kann.
doch ich wünsche mir mehr ...