Dienstag, 7. August 2012


Dunkelheit

Es ist Nacht und sie ist müde,
doch sie weiß,
dass sie der Schlaf nicht erlösen wird.
Sie sitzt im Dunkel
Und stellt sich vor,
wie das Blut hervorquillt
und den Schmerz
ihrer Seele mitnimmt,
wie sich die Fessel von ihrem Herzen löst,
wie die Tränen aus ihrer Kehle verschwinden
und wie der Drang zu schreien,
nachlässt.
Sie sehnt sich nach der Schwerelosigkeit,
die ihre Seele
irgendwann, vor Jahren,
gekannt hat.
Doch sie erinnert sich nur
An Verzweiflung,
an Tränen,
die sie vergossen hat
und die irgendwann versiegten.
Und wie Sterne
Die zwischen den Wolken blitzen,
tauchen für Momente
kleine Erinnerungen
an Glück auf.
Sie weiß, dass sie es nicht tun wird.
Noch nicht
Nicht, solang sie sich
Über das Gefühl
Der Einsamkeit
Hinwegtäuschen kann.